Minze

Minze (Mentha arvensis) ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Blüten der Pflanze stehen in Blütenständen an den Spitzen der Stängel. Die Blätter variieren in der Farbe von Dunkelgrün und Grau-Grün bis hin zu Violett und Blau, manchmal auch blassgelb.
Minze gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen. Archäologen fanden Minzblätter in ägyptischen Gräbern. Laut der griechischen Mythologie geht die Pflanze auf die Nymphe Mintha zurück, die aus Eifersucht von Persephone—der Königin der Unterwelt und Ehefrau des Hades—in eine Pflanze verwandelt wurde. Hades, der die Handlung seiner Frau erkannte, machte Mintha daraufhin unübertroffen frisch, rein und göttlich duftend. Die alten Römer bedufteten ihre Häuser und Festhallen mit Minze, da man glaubte, ihr Duft fördere die geistige Aktivität, stärke den Verstand und verbessere Konzentration und Gedächtnis. Studenten trugen damals Kränze aus der aromatischen Pflanze.
Seit Jahrtausenden wird Minze als Symbol der Gastfreundschaft verwendet. Im antiken Griechenland rieb man Tische mit Minze ein, um Gäste willkommen zu heißen. Sie diente auch zur Luftreinigung in Tempeln und Häusern. Im Mittelalter, als Hundebisse häufig waren, nutzte man Minze zur Wundbehandlung: Die Pflanze wurde mit Salz zerstoßen und auf die Wunde aufgetragen. Der Kräuterkundige Parkinson schrieb, dass Minze dem Badewasser zugesetzt wurde, um es zu parfümieren und Nerven sowie Muskeln zu stärken.
Aristoteles verbot Soldaten, das Kraut vor einer Schlacht zu verwenden, da er glaubte, es mindere den Kampfgeist. Laut dem Kräuterkundigen John Gerard (1568) erfreut der Duft der Pflanze das Herz der Menschen. In der Bibel wird erwähnt, dass die Pharisäer Minze zum Bezahlen des Zehnten nutzten; sie war ein wertvolles Tauschmittel. In Spanien sowie in Mittel- und Südamerika ist Minze als hierba buena bekannt, was „gutes Kraut“ bedeutet.
In der Volksmedizin wird Minze weitreichend verwendet: bei Übelkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen, Zahnschmerzen und Mundgeruch. Minze wirkt gegen Blähungen und Reizdarm, ist wirksam bei Inhalationen gegen Husten oder Erkältungen, wird bei Hautproblemen eingesetzt, lindert Muskelschmerzen und hilft bei leichten Hautreizungen wie Mückenstichen oder Ekzemen.








