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Wacholder

Hristian Ivanov
17 Dezember 2025 • 2 min. Lesezeit
Wacholder

Wacholder (Juniperus communis) ist ein immergrüner Nadelbaum oder Strauch aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Mit seinem unverwechselbaren harzigen Duft nach Nadeln und aromatischen Beeren ist Wacholder eine lebendige, kraftvolle und energetische Pflanze, die seit der Antike von vielen Zivilisationen zu Heil-, therapeutischen und kultischen Zwecken genutzt wird.

Die frühesten Erwähnungen von Wacholder finden sich in der Bibel. Zu ihrer Zeit nutzten die Pharaonen ihn, um religiöse Gebäude zu räuchern, und als eine der Zutaten, um böse Geister zu vertreiben. Auch in verschiedenen römischen Dokumenten finden sich Hinweise darauf. In Dioskurides’ pharmakologischer Enzyklopädie aus dem ersten Jahrhundert werden Wacholderzapfen (Beeren) als empfängnisverhütend beschrieben. In Europa diente Wacholder vor allem als heilige Heilpflanze, häufig im Rahmen religiöser Zeremonien. Wacholderzweige wurden in heidnischen Riten verbrannt, um böse Geister, Schlangen und Krankheiten abzuwehren. Im alten Ägypten inhalierte man den Rauch verbrannten Wacholders, um die natürlichen Stoffwechsel- und Reinigungsprozesse des Körpers zu unterstützen. In Griechenland und Rom galt Wacholder als das beste Mittel gegen Schlangenbisse.

Im Mittelalter wurde Wacholder während Epidemien verbrannt, um Räume zu desinfizieren. Er kam überall im Kampf gegen die Pest und andere ansteckende Krankheiten wie Cholera und Typhus zum Einsatz. In französischen Krankenhäusern wurden während der Pockenepidemien Wacholderzweige verbrannt. Auch auf Schiffen aus Epidemiegebieten wurden Wacholderzweige als Desinfektionsmittel verbrannt.

Die Ureinwohner Nordamerikas nutzten Wacholder zur Behandlung von Hautkrankheiten, offenen Wunden sowie Gelenk- und Knochenerkrankungen. Kranke wurden in Wacholderwälder gebracht, deren Luft, gesättigt mit wertvollen flüchtigen Substanzen, die Genesung unterstützte. Wacholderholz, als Baustoff verwendet, zeichnet sich durch besondere Haltbarkeit und Widerstandskraft gegen holzzerstörende Insekten aus. In Russland wurden aus Wacholderholz Gefäße gefertigt; bemerkenswert ist, dass Milch in solchen Gefäßen selbst bei heißem Wetter nicht sauer wurde.

Im 16. Jahrhundert gelang es mittelalterlichen Alchemisten, ätherisches Wacholderöl zu gewinnen, das sowohl medizinisch als auch kosmetisch verwendet wurde. Noch heute wird Wacholderöl in heidnischen Ritualen, in bestimmten Arzneien sowie in der Kosmetik- und Parfümherstellung genutzt. Wacholderbeerennoten in Herrendüften vermitteln grenzenlose Lebenskraft und rufen die Vorstellung eines Ausflugs durch einen mediterranen Wald wach, der am Horizont in einem herrlichen Sonnenaufgang über dem Meer endet.

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