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Walnuss

Hristian Ivanov
17 Dezember 2025 • 3 min. Lesezeit
Walnuss

Die Walnuss (Juglans regia) ist ein Laubbaum aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) und umfasst etwa zwanzig Sorten. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 40 m bei einem Kronendurchmesser von etwa 20 m. Die Blütezeit liegt Ende April bis Anfang Mai, die Früchte reifen im September. Die Lebensdauer beträgt ungefähr 200 Jahre, doch es gibt Exemplare von Rekordalter – 500 oder sogar 1.000 Jahre! Aufgrund ihrer Langlebigkeit galten sie im Römischen Reich als heilige Bäume.

Die Walnuss gilt als eine der ältesten Pflanzen der Erde – sie wuchs bereits im Tertiär, also vor mehreren Millionen Jahren. Ein Abschnitt aus den biblischen Schriften beschreibt, wie die Welt erschaffen wurde und welche Rolle die Walnuss darin spielte: „…Die Erde entstand zunächst wie eine große Schale, dann wie ein Dreschboden, in dessen Mitte der Herr eine Walnuss pflanzte und daran eine goldene Wiege aufhängte, in der Er schlief.“ Einer der vielen Legenden zufolge war der wundersame Stab Moses aus Walnussholz gefertigt, von einem Baum, der im Garten Eden wuchs. Auch der heilige Patrick, verehrt von allen Iren, besaß einen Stab aus Walnuss.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen der Walnuss in Europa stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Plinius berichtet, dass die Walnuss nach Griechenland aus den Gärten des persischen Königs Kyros II. des Großen gebracht wurde. Einer Legende nach war die Tochter des griechischen Königs Karya die Geliebte des Gottes Dionysos, doch sie starb tragisch. Dionysos verwandelte sie daraufhin in einen Walnussbaum, und Artemis überbrachte die traurige Nachricht an Karyas Vater und befahl ihm, zu ihren Ehren einen Tempel zu errichten. Die Säulen bestanden aus Holz in Form einer jungen Frau und wurden Karyatiden genannt – Nymphen der griechischen Walnuss.

Moderne Historiker gehen davon aus, dass die Walnuss ihren Ursprung in Iran oder Indien hat, während manche China oder Japan anführen. Eine französische Expedition entdeckte geröstete Walnussschalen, die mehr als 8.000 Jahre alt waren, im Gebiet des heutigen Irak – Babylon. Dies wird auch durch mesopotamische Schriften bestätigt. Tontafeln vermerken, dass Walnussbäume weitläufig in den berühmten Hängenden Gärten Babylons gepflanzt wurden. In Europa verbreitete sich die Walnuss über den Handel entlang der Seidenstraße – einer Route zwischen Asien und dem Nahen Osten. In Nordeuropa wurde sie aus Persien importiert, wo sie nur für den Königshof kultiviert wurde; daher der Name „Persische Walnuss“. Durch intensiven Seehandel im folgenden Jahrhundert verbreitete sich die Walnuss weltweit.

Die gesundheitlichen Vorteile der Walnüsse sind seit alters her bekannt. Die Heilkundigen der Antike – Avicenna und Hippokrates – beschrieben ihre bemerkenswerten Eigenschaften und empfahlen sie zur Stärkung von Gehirn, Herz und Leber sowie zur Regulierung der Verdauung. Sogar Platon entwickelte die Theorie, dass Walnüsse sich bewegen und denken könnten. Laut dem griechischen Historiker Herodot verboten in Babylon die Priester den einfachen Bürgern strikt den Verzehr von Walnüssen, da sie die Gehirnfunktion verbesserten, was die Bevölkerung „nicht brauchte“. Aufgrund der charakteristischen Form der Frucht, die dem menschlichen Gehirn ähnelt, genießt die Walnuss seit der Antike in den Mythologien und Kulturen sowohl asiatischer als auch europäischer Völker eine besondere Wertschätzung.

In verschiedenen Ländern ranken sich zahlreiche Bräuche, Mythen und Legenden um die Walnuss. In Griechenland war sie ein Symbol des Reichtums, in Rom galt sie als unverzichtbares Accessoire bei jeder Hochzeit. In der bulgarischen Tradition wird die Walnuss als heiliger Baum geehrt – nicht nur wegen ihrer jahrhundertelangen Lebensdauer, sondern auch als wertvolle Nahrung und Medizin. Die Walnuss gilt als Hüter des Hauses und bringt Gesundheit, Langlebigkeit und Fruchtbarkeit.

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