Weinrebe

Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist eine mehrjährige, lianenartige Pflanze aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Im Herbst zieren die Blätter und Früchte der Rebe eine reiche Farbpalette—violett, dunkelblau, schwarz, gold, rot, grün, rosa und weiß. Trauben speichern die Energie und Lebenskraft der Sonne und symbolisieren Fruchtbarkeit, Freude am irdischen Leben, Leidenschaft und Schönheit.
Die Weinrebe ist ein göttlicher Baum des Lebens und zugleich ein Symbol für Christus und die christliche Kirche. Wein gilt als göttlicher Segen. Er verwandelt sich auf geheimnisvolle Weise, offenbart Wahrheiten und inspiriert. Als Symbol für Christi Blut ist Wein ein Bestandteil der Heiligen Kommunion.
Die Weinrebe ist die älteste kultivierte Pflanze der Erde. Paläontologische Forschungen zeigen, dass Abdrücke fossiler Weinblätter, Stängelreste und Samen aus Ablagerungen des Neogens und Paläogens (ca. 2,58–66 Millionen Jahre alt) in der Nordhalbkugel auf die lange Existenz und weite Verbreitung der Gattung Vitis hinweisen.
Archäologische Funde bestätigen, dass Weinberge bereits vor etwa 6.000–8.000 Jahren in Assyrien, Ägypten, Babylon und Zentralasien kultiviert wurden. Schriftliche Quellen berichten, dass während des Baus von Salomos Tempel den Arbeitern 20.000 Bäder Wein gegeben wurden. Dies belegt, dass der Weinbau bereits 1.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung im Mittelmeerraum existierte.
Details zur Trauben- und Weinproduktion erscheinen in altägyptischen Hieroglyphen aus der 4. (2400 v. Chr.), 17. und 18. Dynastie. Schriftliche Aufzeichnungen zeigen, dass die alten Griechen, Phönizier und Römer Trauben sowohl für die Weinherstellung als auch als Nahrungsmittel nutzten. Im Alten Testament wird erzählt, dass Noah der erste Mensch war, der nach der Sintflut einen Weinberg pflanzte und Wein entdeckte. Nachdem er die Arche am Berg Ararat verlassen hatte, begann er „das Land zu bebauen und pflanzte einen Weinberg. Und er trank von dem Wein und wurde betrunken.“
Trauben werden in fast jedem antiken griechischen Mythos erwähnt, besonders in Legenden, die ihrem mächtigen Schutzpatron—dem Gott Dionysos—gewidmet sind. Einer Legende zufolge verwandelte Dionysos, der um den Tod seines geliebten Ampelos bitter trauerte, dessen Körper in eine geschmeidige Rebe voller Trauben und nannte die Pflanze „ampelos“. Aus seiner Seele schuf er zudem einen neuen Stern—Vindemiatrix. Dieser ist noch heute am Himmel oder auf Sternkarten im Sternbild Jungfrau zu sehen.
Laut den Thrakern half die berauschende Wirkung des Weins Priestern, Kontakt zu den Göttern aufzunehmen, sodass die Thraker in Ekstase verfielen und lange Gespräche mit ihnen führten. So entstand ein Kult um dieses Traubengetränk. Weitere Fakten belegen die Verehrung von Wein und Trauben. In der antiken griechischen Literatur wird Wein häufig erwähnt, besonders in Homers Odyssee. Auf dem Schild des Achilles stellte der geschickte Hephaistos—unter anderem in Gold—einen großen, mit Trauben beladenen Weinberg dar.
Die Forschung zu Traubenkernen begann vor einigen Jahrzehnten, angeregt durch das „Französische Paradoxon“. Es zeigte sich, dass in Frankreich der Anteil an Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen außergewöhnlich niedrig ist. Wissenschaftler stellten fest, dass das Geheimnis in ihrem berühmten Rotwein liegt. Spätere Studien bewiesen, dass oligomere Proanthocyanidine, die in hoher Konzentration in den Kernen dunkler Trauben vorkommen, vor Herzkrankheiten schützen. Trauben gehören zu den gesündesten Früchten für den Menschen, dank ihrer Nähr- und bioaktiven Substanzen. Sie enthalten praktisch alles, was für einen gesunden Körper benötigt wird, und liefern so viel Energie wie Milch. Deshalb wird Traubensaft von Experten auch als „Pflanzenmilch“ bezeichnet.








